hacura Pflegeakademie: Leiterin Martina Kaiser. Foto/Copyright: lvffood.com

Digitalisierung in der Pflege: Weniger Papier, mehr Menschlichkeit

Pflegekräfte verbringen einen sehr großen Teil ihrer Arbeitszeit nicht bei Menschen, sondern mit Formularen. Übergabeprotokolle, Pflegeberichte und Dienstplanänderungen ziehen sich durch den ganzen Tag. Und am Ende fehlt genau diese Zeit dort, wo sie eigentlich gebraucht wird: bei den zu Pflegenden.

Digitalisierung wird in diesem Zusammenhang oft als Wundermittel gehandelt. Das ist sie nicht. Aber sie kann ein echtes Werkzeug sein, wenn man sie richtig einsetzt.

Was sich im Alltag tatsächlich ändert

Nehmen wir die Pflegedokumentation: Wer statt Papierakte ein Tablet nutzt, erfasst Informationen einmal, sauber und sofort abrufbar für alle. Keine doppelten Einträge, keine Fragen bei der Übergabe, weil etwas unleserlich war. Klingt unspektakulär, aber genau das ist der Punkt. Gute Digitalisierung fällt nicht auf, sie läuft einfach und vereinfacht den Alltag.

Ähnliches gilt für die Dienstplanung: Wenn Verfügbarkeiten digital abgeglichen werden, ersparen sich Teams endlose Rückfragen. Verlässliche Dienstpläne sind einer der Hauptgründe, warum Menschen in einer Einrichtung bleiben oder nach einer Zeit wieder gehen.

Aber Vorsicht!

Was in Pilotprojekten glänzt, scheitert im Betrieb manchmal kläglich, weil niemand das Team gefragt hat. Einrichtungen, die neue Software einführen, ohne vorher zu verstehen, wo der Alltag wirklich hakt, lösen keine Probleme. Sie verschieben sie. Sinnvoller ist ein ehrlicher Blick auf die eigenen Abläufe und die Fachkräfte, die täglich damit arbeiten.

Technik hat Grenzen und das ist kein Makel

Pflege ist Beziehungsarbeit. Was sich ändern kann: wie viel Energie Pflegekräfte noch haben, wenn sie ans Pflegebett kommen. Wer zwei Stunden weniger mit Dokumentation verbringt, bringt zwei Stunden mehr Präsenz mit. Das merken Bewohnerinnen und Bewohner.

Was das mit flexomed zu tun hat

Wir arbeiten täglich mit Einrichtungen, die sich genau in diesem Wandel befinden. Was uns dabei auffällt: Der Unterschied liegt selten an der Technologie selbst, sondern daran, ob Teams mitgenommen wurden. Unsere Aufgabe ist es, flexibel einzuspringen, wenn Personal fehlt. Aber wir denken lieber einen Schritt früher mit. Denn eine Einrichtung, in der die Abläufe stimmen, braucht uns seltener im Notfall und öfter als verlässlichen Partner.