Jetzt steht es fest: Der Landtag von Nordrhein-Westfalen hat am 24. Juni 2020 dem Gesetz zur Errichtung einer Pflegekammer zugestimmt. Unter den Pflegekräften findet die Pflegekammer großen Zuspruch, 79 % haben sich bei einer repräsentativen Umfrage Ende 2018 dafür ausgesprochen.

Nicht nur die Krankenpflege wird vertreten sein, sondern auch die Altenpflege und Vertreter der ambulanten Pflegedienste. Nach Inkrafttreten des Gesetzes bestellt das Ministerium jetzt 40 Mitglieder für den Errichtungsausschuss. Diese 40 examinierten Pflegekräften werden von den Fachverbänden und Gewerkschaften vorgeschlagen; 20 von ihnen werden stellvertretende Mitglieder sein.

Die Landesregierung stellt für den Aufbau für die ersten drei Jahre 5 Millionen Euro zur Verfügung, damit die Pflegekammer schuldenfrei starten kann. Nach der Anschubfinanzierung wird sich die Pflegekammer – so wie zum Beispiel auch in Rheinland-Pfalz – laut Gesetzentwurf aus Mitgliedsbeiträgen und Gebühren finanzieren.

„Verkammerte“ Berufe werden in der Öffentlichkeit und im politischen Raum verstärkt wahrgenommen. Dies erhöht die Wertschätzung des Berufs und macht pflegerische Expertise in der Politikberatung und Gesetzgebung verfügbar.

Die Pflegekammer hat die Aufgabe, die beruflichen Belange der Pflegenden zu fördern und unter Beachtung der Interessen der Bevölkerung zu überwachen. Gegenwärtig werden die Ziele und Aufgaben der Pflege durch die Politik festgelegt werden, ohne dass berufsfachliche Instanzen zur Beratung zur Verfügung stehen bzw. überhaupt zu Rate gezogen werden. Das Recht, die eigenen beruflichen Inhalte zu definieren und weiter zu entwickeln, ist für andere Heilberufe, wie z.B. Ärzt*innen, Zahnärzt*innen, Apotheker*innen oder Psychotherapeut/innen bereits seit langer Zeit selbstverständlich.

Die Aufgaben der Pflegekammer werden unter anderem sein:

  • das Berufsbild der Pflege stärken
  • die Situation der Pflegefachpersonen verbessern
  • die Pflege weiterentwickeln
  • die professionelle pflegerische Versorgung der Menschen sichern.
  • Beratung des Gesetzgebers
  • Kooperation und Kontaktpflege mit Institutionen im Gesundheitswesen
  • Förderung, Überwachung und Anerkennung der beruflichen Fort- und Weiterbildung, Abnahme von Prüfungen, Festlegung von Standards für Ausbildung und Praxis
  • Öffentlichkeitsarbeit

Nähere Informationen zur Pflegekammer NRW finden Sie auf der Homepage des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW