Inklusion ist nicht mehr nur ein modernes Schlagwort, sondern wird im Alltag wirklich gelebt. Als Heilerziehungspfleger*in pflegt und unterstützt man Kinder und Erwachsene mit geistiger, körperlicher oder psychischer Behinderung, fördert ihre Selbstständigkeit und befähigt sie, ihren persönlichen Alltag besser zu bewältigen. Ein anspruchsvoller Job, den längst nicht jeder kann. Wer eine Ausbildung zum/r Heilerziehungspfleger*in (auch Heilerzieher*in oder kurz HEP) machen möchte, sollte einige Eigenschaften und Kompetenzen aufweisen, die man nicht bei jedem findet.

Geduld ist eine dieser Eigenschaften, denn nicht immer gehen ganz alltägliche Verrichtungen so schnell und unkompliziert, wie wir es von gesunden Menschen gewohnt sind. Im Umgang mit depressiven oder aggressiven Menschen sind Einfühlungsvermögen und Konfliktfähigkeit wichtig, Beobachtungsgenauigkeit und Sorgfalt lassen eine/n HEP schnell erkennen, wenn es zu Verhaltensänderungen der zu betreuenden Personen kommt, sodass entsprechend schnell und richtig reagiert werden kann. Als HEP kommuniziert man nicht nur mit Menschen mit Behinderung, sondern auch mit deren Angehörigen, eventuell mit Ämtern oder behandelnden Ärztinnen und Ärzten. Eine gute Kommunikationsfähigkeit ist daher eine Grundvoraussetzung. Nicht zuletzt sollte man selbst über eine gute psychische Stabilität verfügen, denn dieser Beruf bringt große Belastungen mit sich. Eine professionelle Distanz im Umgang mit Menschen mit körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung ist von enormer Wichtigkeit für die eigene Gesundheit!

Neben der Begleitung und Unterstützung von Menschen mit Behinderung motivieren HEPs ihre Schützlinge zu sinnvollen Freizeitbeschäftigungen und fördern das Sozialverhalten sowie die persönliche Entwicklung. Sie stehen ihnen auch bei ihrer schulischen oder beruflichen Eingliederung zur Seite. Darüber hinaus helfen Heilerziehungspfleger*innen aber auch bettlägerigen oder kranken Menschen bei der Körperpflege, der Nahrungsaufnahme sowie beim An- und Auskleiden, also bei der klassischen Grundpflege. Auch für die Versorgung der Patienten mit Medikamenten sind sie verantwortlich. Sie erledigen auch organisatorische und verwaltungstechnische Arbeiten., so zum Beispiel die Erstellung von Förderplänen.

Die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger ist bundesweit nicht einheitlich, sondern wird durch die jeweiligen Bundesländer und die verschiedenen Ausbildungseinrichtungen geregelt. Aus diesem Grund sind die Voraussetzungen sehr unterschiedlich. Für die Aus- bzw. Weiterbildung werden in der Regel ein mittlerer Bildungsabschluss und entweder eine abgeschlossene Berufsausbildung oder eine mehrjährige einschlägige Berufstätigkeit vorausgesetzt. In der dreijährigen Ausbildung gehören neben Pflege, Pädagogik und Psychologie, Medizin und Psychiatrie auch Bewegung und Gestaltung zu den Lehrinhalten. Die beruflichen Beschäftigungsmöglichkeiten finden HEPs in Tages- und Werksstätten sowie Wohn- und Pflegeeinrichtungen für Menschen mit Behinderung, in Einrichtungen der Sozialpsychiatrie, aber auch in Kindertageseinrichtungen und an Schulen.

Der Beruf der/s HEPs ist äußerst vielseitig und abwechslungsreich, aber auch körperlich und seelisch anstrengend und fordert ein sehr hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein. Dennoch: Wenn wir die HEPs fragen, die für flexomed im Einsatz sind, ist die Antwort einstimmig: Man muss viel geben, aber man bekommt mindestens ebenso viel zurück!

Weitere Informationen zu Ausbildung und Beschäftigungsmöglichkeiten:

https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/faces/index;BERUFENETJSESSIONID=mFuTz0KlFqBSpwVu3fsAT0xk1ye6l6gJPUsXfaakKyVIgK6TOU5g!-1382948841?path=null/kurzbeschreibung&dkz=9127

https://www.ausbildung.de/berufe/heilerziehungspfleger/

https://www.caritas.de/fuerprofis/arbeitenbeidercaritas/sozialeberufe/heilerziehungspfleger/in/heilerziehungspflegerin.aspx

https://www.berufskolleg-kaiserswerth.de/de/abschluesse/heilerziehungspflegerin.html